Die Hilfe der Großeltern ist unbezahlbar

Tag der Großeltern

Das Mindest-Gehalt für Oma und Opa wäre 2.700 Euro

Wenn das Kind in der Früh mit Fieber aufwacht, die Eltern aber zur Arbeit müssen, wenn  schnell noch eine Dienstreise angetreten und die Nacht im Ausland verbracht werden muss,  oder wenn der Kindergarten noch vor dem Dienstschluss im Büro der Eltern  schließt; dann sind viele Eltern unendlich dankbar für den Einsatz von Oma oder Opa rund um ihre Enkeln. Rund 1,6 Millionen Omas und Opas leben in Österreich, und fast 70 Prozent der zwischen 60- und 79-Jährigen haben „Enkeln“. Ein knappes Drittel der unter 14-Jährigen hierzulande sieht die Großeltern täglich, 39 Prozent sehen sie zumindest wöchentlich. In Italien wird im Oktober der „Tag der Großeltern“ gefeiert.

Tag der Großeltern – Foto: Gerhard Krause

Das Dienstleistungsportal ProntoPro.at hat berechnet, wie viel Großeltern eigentlich verdienen müssten, wenn sie für ihre ohnedies unbezahlbaren Tätigkeiten zumindest ansatzweise bezahlt würden: Das Mindestgehalt müsste demnach bei 2.700 Euro pro Monat liegen. Bei der Berechnung des „Mindestgehalts“ wurde der durchschnittliche aktuelle Stundenlohn professioneller Dienstleister die verschiedenen Tätigkeiten und Unterstützungsleistungen herangezogen, die auch von Großeltern erbracht werden. „Auch wenn man Liebe und Fürsorge der Großeltern kaum quantifizieren kann, wurde versucht ein „Großeltern-Mindestgehalt“ zu berechnen, um Bewusstsein für die Unterstützungsleistungen zu schaffen“, so ProntoPro-CEO Marco Ogliengo.

Vom Animator bis zum Nachhilfelehrer

Omas und Opas legen sich für die lieben Kleinen täglich ins Zeug und kriechen sogar auf dem Boden herum, um ein Lächeln zu erhaschen und den Nachwuchs bei Laune zu halten. Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes Kinder-Animateure. Wenn man das professionell organisiert, so zahlt man für einen Profi-Kinder-Animator durchschnittlich 70 Euro pro Stunde. Viele Großeltern sorgen nicht nur mit einer warmen Mahlzeit für das leibliche Wohl der Enkelkinder, sie schaffen ganz nebenbei auch noch Ordnung im familiären Chaos und bringen die Wohnung zum Glänzen. Ein Profi-Koch erhält rund 85 Euro pro Stunde, eine Reinigungskraft etwa 15 Euro pro Stunde. Wer das zusätzliche Familienmitglied, den Hund, gleich „mitbetreuen lässt“, muss noch die Kosten für den Hundesitter dazu addieren. Hunde benötigen Bewegung und bei 10 Stunden pro Woche kommen da rasch 400 Euro zusammen. Als Privatchauffeur zum Sport- oder Musikunterricht oder zur besten Freundin/Freund sind Großeltern ebenfalls sehr begehrt: Im Durchschnitt käme man da bei 6 Stunden in der Woche auf 192 Euro im Monat. Bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung auf die Schularbeit sind Opa und Oma oft als Nachhilfelehrer im Einsatz: Für eine Stunde Nachhilfe verdient ein Privatlehrer durchschnittlich 15 Euro. 

Tag der Großeltern – Foto: Gerhard Krause

Berater und Notfallservice inklusive

Das Mindestgehalt von mehr als 2.700 Euro umfasst noch gar nicht die großelterlichen Zusatzrollen: jene des Beraters, wenn Enkelkinder Ratschlag und ein offenes Ohr benötigen (80 Euro pro Stunde). Und buchstäblich unbezahlbar ist der großelterliche „Notfalldienst“, wenn zum Beispiel die Grippe ausgebrochen ist. Notfall-Profis verlangen im Durchschnitt 30 Euro pro Stunde – ohne Fahrzeit.

Der monatliche Durchschnitts-Lohn für klassische „Großeltern-Aufgaben“:
Monatliches Gehalt in Euro
Privatkoch 4h/Woche 1.360.-
Kinder-Animateur 2h/Woche 560.-
Privatchauffeur 8h/Woche 192,-
Hundesitter 10h/Woche 400.-
Nachhilfelehrer 1h/Woche 80.-
Reinigungskraft 2h/Woche 120.-
Gesamt 2.712.-
Quelle: ProntoPro.at, September 2019

Über ProntoPro:

ProntoPro ist der Marktplatz, um Dienstleistungsprofis und ihre Kunden zusammen zu bringen. In Italien haben bereits mehr als 700.000 Kunden den Marktführer ProntoPro genützt, um einen der rund 300.000 registrierten Dienstleister in den 500 Service-Kategorien zu suchen, die von Catering, Installationsarbeiten, Fitness-Coaches bis zu Mathe-Nachhilfe reichen. ProntoPro ist in Italien, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien und Österreich tätig. In Österreich ist ProntoPro seit August 2018 mit einem eigenen Marktplatz vertreten. Rund 2.500 Profis in allen österreichischen Bundesländern bieten Kunden bereits ihre Dienste an. ProntoPro wurde 2015 gegründet, hat seinen Sitz in Mailand und wird von privaten Investoren finanziert. Das Österreich-Büro hat seinen Sitz in Wien (www.prontopro.at) und ist auch das Headquarter für die Schweiz.

Text und Fotos: Gerhard Krause