Ausstellungs- und Kultur-Tipps 2024

Ausstellungs- und Kultur-Tipps: 49plus besucht Ausstellungen, Filme, Theateraufführungen, Konzerte und gibt kurze Beschreibungen und Fotos dazu. Und auch wenn die Ausstellungen schon vorbei sind, wir löschen es trotzdem nicht, damit Sie nachlesen, was Sie versäumt haben.

  • Der zerbrochene Krug, Kammerspiele, 25.2.2026. Die APA hat geschrieben: Es ist Gerichtsdrama und Geschichte eines mehrfachen Machtmissbrauchs. #MeToo und aktuell 5 Frauenmorde an diesem Wochenende. Das Stück ist sehr aktuell „brechen könnt ich“. Und was auch noch erwähnenswert ist, das wunderschöne österreichische Deutsch, dass hier alle Darsteller sprechen. Eine sehr nachdenkliche Theatervorstellung.
#49plus Ausstellungs-Tipp
Der zerbrochene Krug Foto © Gabriele Czeiner
  • Die Zerstörung der Demokratie. Österreich, März 1933 bis Februar 1934. Die Ausstellung endete am 16.2.2024. Anfang der 1930er-Jahre begann das Ende der 1. Republik. Im März 1933 wurde das Parlament ausgeschaltet. Es begannen die Straßenkämpfe des Schutzbundes gegen die Heimwehr. Also Österreicher gegen Österreicher. Und das alles nur, weil ein paar kleine Politiker groß sein wollten – das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht geschrieben. Dollfuß sprach unter dem Anschein der Legalität Notverordnungen aus. Die Demokratie wurde schrittweise ausgeschaltet. Die Ausstellung zeigt auch, wie es den „normalen“ Menschen ergangen ist. Zum Beispiel: im November 1933 nahmen sich der arbeitslose Kellner Johann Alexa und seine Lebensgefährtin Hildegard Müller das Leben. Wegen Arbeitslosigkeit und bitterster Not. Die Wohnung wurde fast leer vorgefunden, alles, was zu verkaufen war, wurde verkauft, um zu überleben und Schulden zurück zu zahlen. Wie es weiterging, wissen wir, oder einige von uns. Vielleicht sollten wir doch wieder ein wenig mehr von unserer Geschichte lesen, damit uns kleine Männer, welche gerne Volkskanzler sein möchten, erspart bleiben.
#49plus Ausstellungs-Tipp
Die Zerstörung der Demokratie Foto © Gabriele Czeiner
  • Elvis Ausstellung im 48er-Tandler in Margareten. Eine kleine, aber feien Ausstellung, nur noch bis 27. Jänner 2024. 12.00 bis 18.00 Uhr. Originalkleidungsstücke, goldenen Schallplatten, eine Gitarre die Elvis in Frankfurt gekauft hat. Uhren, Autogrammkarten und eine Polizeimarke sind zu bewundern. Natürlich hört man Musik von Elvis. Was auffällt, es sind viele junge Menschen hier, die sich diese kleine Ausstellung ansehen. Elvis forever! 5., Siebenbrunnengasse 3. 
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Elvis im 48er-Tandler Foto © Gabriele Czeiner
  • Paparazzi! Westlicht, bis 11.2.2024. Ohne Fotografen würden wir nichts von den Reichen und Schönen wissen. Der Begriff Paparazzi wurde geprägt durch den Film „La Dolce Vita“ von Fellini. Den negativen Höhepunkt erlebten wir wahrscheinlich mit dem Tod von Lady Diana. Interessant auch, wie einfallsreich Fotografen sein können. Es gibt eine Gewehrkamera von Werner Wünsch zu sehen. Diese Kamera war von ca. 1950. Er fotografierte unter anderem damit den deutschen Kriegsverbrecher Albert Speer. Oder eine Krawattenkamera, um 1900. Von hier hatte Ian Fleming seine Ideen für James Bond. Alles in allem eine sehr interessante Fotoausstellung.
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Paparazzi! Foto © Gabriele Czeiner
  • Lass uns die Welt vergessen, Volksoper 1938. Jänner 2024 in der Volksoper wird gespielt, wie es vom 12. Februar 1938 bis zum 10. April 1938 in Volksoper war. Es wurde geprobt für die Uraufführung „Gruß und Kuss aus der Wachau“. Es werden Aufnahmen von Schuschnigg und Hitler gespielt. Zwischendurch sieht man immer Filmaufnahmen aus er damaligen Zeit. Auch wie Hitler begrüßt wurde, als er Österreich „besetzte“. Wie schnell dann die Menschen in das „Lager“ gefahren wurden, einige Wenige, die es schafften doch noch das Land zu verlassen. Die Aufführung war teils bedrückend, teils lustig. Was mich traurig stimmt, dass von den Schauspieler:innen, Musiker:innen, nur mehr sehr wenige Menschen bekannt sind. Der Komponist, Jara Benes, ist komplett in Vergessenheit geraten. Ein Stück, das sehr nachdenklich macht. 
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Lass uns die Welt vergessen, Volksoper 1938 Foto © Gabriele Czeiner
  • Der Wald, Theater in der Josefstadt. Eine Komödie von Alexander Ostrowskij. Es geht um, natürlich, Geld, eine Gutsbesitzerin, herrlich gespielt von Andrea Jonasson, welche sich in den jungen Bulanow verliebt. Die beiden Provinzschauspieler Herbert Föttinger und Robert Meyer liefern sich herrliche sprachliche Duelle. Lachen von Anfang bis zum Ende. Als die Pause kam, ging es mir wie einigen weiteren Besuchern: „Warum muss jetzt eine Pause sein?“. Das Ende war ein Gedicht von Puschkin, vorgesungen in Russisch von Herbert Föttinger und Robert Mayer: „Solange gegen Tyranneien das freie Herz noch schlägt in uns.“
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Der Wald Foto © Gabriele Czeiner

Text + Beitragsfoto: Gabriele Czeiner

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