San Francisco – 3. Station

Das Beste kommt zum Schluss – I left my heart in San Francisco

Auch hier war ich schon einmal, vor 27 Jahren, 49plus läßt grüßen! Irgendwie hat sich die Stadt nicht wirklich verändert, es ist ein wenig dreckiger, die Straßen sind in keinem guten Zustand, alles ein wenig verwahrlost und wieder Obdachlose, wo man hin sieht. Ich frage mich was passiert hier mit dem Geld, das die Städte, Gemeinden, etc. einnehmen?

Am Sonntag Nachmittag angekommen, das Hotel hat mir eine Mail geschickt, dass es vom Flughafen einen Transfer um 19,- $ gibt, hatte eine Wartezeit von 30 Minuten, aber das war ok. Das Hotel lag in der Nähe vom Unique Square, war also sehr zentral, das Zimmer war sauber, ansonsten lies es zu wünschen übrig, das Badezimmer war dann wie aus einem schlechten Film, wen man am Waschbecken stand blickte man aus dem Fenster, der Spiegel war rechts. Und es war sehr laut,. Also dieses Hotel werde ich nicht weiterempfehlen.

Downtown
Downtown

Am Nachmittag und Abend bin ich dann noch ein wenig herumgelaufen, auf der Market habe ich Straßenmusiker gefilmt, die finden sich zusammen, setzten sich am Gehsteig, bauen ihre Instrumente auf und spielen, die Meisten sehr guten Jazz, Blues, Soul – for a view Dollar. Die Straßenmusiker waren um vieles besser als in Denver. Ich habe mich ins Cafe Central gesetzt, nicht zu vergleichen mit unserem Cafe Central, der Kaffee war auch nicht besonders, aber man konnte das Treiben der Stadt gut beobachten und sich einfach dem Flair, den San Francisco hat, hin geben. Wie hat schon Udo Jürgens gesungen „… einmal mit zerissenen Jeans in San Francisco…..“.

Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge

Aber jetzt geht es zum Sightseeing. Die erste Station „Golden Gate Bridge“ – wer kennt sie nicht, die berühmteste Brücke der Welt. Die  „Red Lady in Steel“ ist DAS Wahrzeichen dieser Stadt. Der Bau der Brücke begann 1934, nach diversen Problemen und Schwierigkeiten (das kennen wir doch von unserem Krankenhaus Nord) wurde die Brücke am 28. Mai 1937 eingeweiht, bis 1964 war sie die längste, freitragende Brücke. Sie ist 2,7 km lang, 27,5 m breit, Gewicht 22.000 t. Schon sehr beeindruckend. Wenn man die Brücke überquert, das kann man auch zu Fuß machen, gibt es einen großen Park- und Rastplatz. Hier hat man einen wunderschönen Blick auf San Francisco, und bei guter Sicht, sieht man weit nach Kalifornien. Die Brücke ist in der Früh bis am späteren Vormittag immer komplett zu sehen, danach zogen immer Wolken und Nebel  auf und man konnte die Brücke nur mehr teilweise sehen. Vom Parkplatz geht es weiter nach Sausalito, die berühmte kleine Künstlerstadt der 70er Jahre.

Palace of Fine Art
Palace of Fine Art

Über die Brücke retour zum Palace of Fine Art, es wurde für die Panama-Pacific International Exposition, 1915, errichtet. Es finden sich römische und griechische Einflüsse, wirklich sehenswert, die Parkanlage ist sehr schön, und man hat das Gefühl man ist in Europa, irgendwo im Süden.

Telegraph Hill - Coit Tower
Telegraph Hill – Coit Tower

Nächster Stopp Telegraph Hill – Coit Tower: Robert L. Stevenson nannte den Hügel „Peak in the Wind“, wenn man oben ist und die Aussicht geniesst hat, dann versteht man warum. Um nach oben zu kommen gibt es eine Straße oder Stufen, die Greenwich Steps oder die Flibert Steps, ich habe mich für die Stufen entschieden, gefühlte 1000 (!) , ich habe dann nachgelesen, es sind NUR 400 Stufen, aber der „Anstieg“ hat sich gelohnt, der Ausblick war sensationell.  Der Name des Hügels geht auf die 1. Telegrafenstation zurück, ca. um 1850.

Levi Strauss
Levi Strauss

Unten wieder angekommen trifft man auf Levi`s Plaza – von hier kamen die ersten Jeans. Hier ist noch die Firmenzentrale von Levi Strauss & Co., in dem Gebäudekomplex gibt es immer noch ein Jeansgeschäft, es ist die erste Maschine ausgestellt mit der die Nieten in die Hosen gestanzt wurden.

Fisherman`s Warf:
Fisherman`s Warf:

Fisherman`s Warf: ein riesengroßer Rummelplatz, mit Souvenierläden ohne Ende, Imbiss-Stände, div. Fischlokalen und sonstigen Fastfood-Ketten. Man bekommt hier fangfrische Krabben, Austern oder Riesengarnelen. Ich habe gesehen, wie Lebensmittel angeliefert wurden, es war ein Klein-LKW ohne Kühlung, also habe ich auf Krabben, Garnelen, Austern verzichtet, schweren Herzens, werde ich am Naschmarkt nachholen.

Ich habe mich dann für eine Hafenrundfahrt entschieden, die war wirklich sehr schön, vom Wasser aus die Golden Gate Bridge zu sehen ist fast noch beeindruckender, Alcatraz wurde umrundet und dann die Fahrt entlang der Küste.  Fast 2 Stunden ist man am Wasser, und hier sieht man wie groß diese Stadt ist.

Alcatraz
Alcatraz

Auch hier hat der „Goldrausch“ zugeschlagen, um 1850 hat der Norden der Stadt an Bedeutung gewonnen, einige Jahre später entstand dann eine Werft, Piers entstanden, Lagerhäuser und Fabriken haben sich angesiedelt (wie z.B. Ghiradelli, dazu aber später mehr). Und zu dieser Zeit wurde auch der Fährverkehr aufgenommen, die Fährschiffe pendelten zwischen San Francisco und Oakland, bis zur Eröffnung der beiden Brücken. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich Fisherman`s Warf zur Touristenattraktion. Wenn man hier weiter spaziert kommt man zum Cruise Terminal, hier sind schon riesige Touristen-Schiffe, wie wir sie von Venedig kennen.

Ferry Building
Ferry Building

Ferry Building mit seinem markanten Uhrturm, den man schon von weitem sieht, war ursprünglich ein Fährbahnhof, heute ist das Gebäude vor allem ein kulinarischer Treff. Vor und hinter dem Gebäude ist ein Bauernmarkt – „farmers market“, im Gebäude selbst finden sich Imbiss-Stände, diverse kleine Geschäfte mit, natürlich, Souvenirs, aber auch Lebensmittel, Weinshops, eine Backstube die herrliches Baguette macht. Hier muss man ein wenig verweilen, einen guten kalifornischen Wein trinken, dem Treiben zu sehen und ein wenig rasten.

Wenn man sich hier bei Fisherman`s Warf aufhält, sollte man auch zu Ghirardelli – nicht der Skifahrer – der Italiener Domingo Ghiradelli war, natürlich auch, während des Goldrauschs nach San Francisco gekommen, um Schokolade herzustellen. Es gab zuerst eine kleine Fabrik, dann wurde ein größeres Gebäude beim Hafen gekauft und umgebaut, hier wurde immer wieder um- und dazu gebaut, zum Schluß kam der Uhrturm dazu mit dem Firmenschild. Irgendwann war auch dieses Gebäude zu klein, es wurde übersiedelt, und ein Geschäftsmann konnte noch den Abriss am Hafen verhindern und hat daraus ein Shopping Center gemacht. Es ist immer noch ein großer Shop mit Schokolade von Ghiradelli vertreten. Natürlich auch diverse Restaurants und ein paar kleine Boutiquen. Zumindest einen Besuch sollte man einplanen. Es gibt im Erdgeschoß ein kleines Kaffeehaus mit einem guten Espresso.

Lombard Street
Lombard Street

Sehenswert ist natürlich auch die Lombard Street. Von der Hyde Street winden sich acht enge Haarnadelkurven hinab zur Leavenworth Street. Auf dieser berühmten Serpentinenstraße sind nur 5 mph erlaubt. An manchen Tagen stehen die Autos Schlange, nur damit sie einmal diese Straße runter fahren. Dabei kann man auch sehr schön zu Fuß diese Straße ansehen.

Chinatown
Chinatown

San Franciscos Chinatown ist die größte Enklave Nordamerikas. Wenn man durch die Straße von Chinatown geht, hat man das Gefühl, man ist in einer anderen Stadt, überall hängen exotische Schilder, Drachenkopflampen, die Schaufenster der Läden sind kitschig und bunt, hier wird alles angeboten, auch Murano Glas aus Venedig.

Cable Car
Cable Car

Sightseeing per Cable Car hat auch etwas für sich, gemütlich geht es bergauf und bergab, und man steht am Rande der Cable Car, mehr außen als innen, und geniesst die langsame Fahrt. Es erinnert an alte Fotos der Nachkriegszeit, als es auch bei uns offene Straßenbahnen gab.

Nordstrom
Nordstrom

Erwähnenswert ist noch das Shopping-Center in der Market „Nordstrom“, das Gebäude ist sehenswert: in der Mitte eine „runde“ Rolltreppe. Einkaufen in den USA ist nicht mehr so interessant, wie es vor 10 oder mehr Jahren war. Die Preise sind gleich wie bei uns und das Angebot ist bei uns genauso gut. Also wenn man nach USA reist, reicht ein kleiner Koffer.

Fazit:  Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurden die Möglichkeiten sehr begrenzt. Die Freiheit, von der meine Generation als Jungendliche noch geschwärmt  haben, gibt es nicht mehr. Man kann noch mit der Harley ohne Sturzhelm fahren – das ist nach langem Überlegen alles was mir zu unbegrenzten Möglichkeiten und Freiheiten einfällt. Die USA sind immer noch eine Reise wert für mich, das Land fasziniert mich immer noch, aber natürlich auf eine andere Art und Weise als for 30 oder 40 Jahren. Und ich komme sicher wieder. 

Quelle: div. Reiseführer, Wikepedia

Text + Fotos: Gabriele Czeiner