Holzbau als heimischer Klima-Retter

Dem Bau von Wohnhäusern, Schulen, Verwaltungsgebäuden und Gewerbehallen aus Holz wird von Experten eine große Zukunft vorausgesamt. Begründet werden die Prognosen mit den ökologischen Vorteilen des Holzbaus: „Der Baustoff Holz trägt als Naturprodukt und mit seiner Funktion als Kohlenstoffspeicher positiv zum Klima bei“, weist Erich Wiesner, Obmann des Fachverbands der österreichischen Holzindustrie auf die Vorteile hin. Dass Holz ein Hightech-Baustoff mit optimalen konstruktions- und klimafreundlichen Eigenschaften ist, zeigen die bereits realisierten Holzbauten der heimischen Holzindustrie, vom Einfamilienhaus bis zum 24-geschossigen modernen Hochhaus in der Seestadt Aspern – Holzbau als Klimaretter.

Regierung setzt auf Holz

Im neuen Programm 2020 der österreichischen Bundesregierung sind die Forcierung des Holzbaus und der Einsatz von ökologischen Baumaterialien vorgesehen. Holzbauten eignen sich neben dem Wohnbau unter anderem optimal für Schulgebäude, Kindergärten oder Krankenhäuser. Und sie verbrauchen bei der Erzeugung nur einen Bruchteil der Energie von Betonbauten, die damit einer der Hauptverursacher des CO2-Anstieges sind. Aber nun gilt es, die Vorhaben rasch umzusetzen, um damit das Klima langfristig zu schützen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Yale im Fachblatt Nature Sustainability unterstreicht die positiven Eigenschaften des Holzbaus für das Klima. Laut der Studie substituiert der Baustoff Holz andere Materialien, die klimaschädliches CO2 verursachen. Zudem beleuchtet die Studie, dass im Baustoff Holz und somit in Holzbauten CO2 langfristig gespeichert wird. Auch der Bundespräsident spricht sich für Holzbau aus: „Wir müssen jetzt aktiv werden. Wir müssen jetzt die Klimakrise bekämpfen. Der Einsatz von nachhaltigen Baustoffen wie Holz kann hier auch einen Beitrag leisten“, so Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim Besuch einer österreichischen Holzhalle im Rahmen der Weltklimakonferenz 2019 in Madrid.

Holz ist klimafreundlich

Der nachwachsende Rohstoff Holz entzieht der Atmosphäre klimaschädliches CO2 und speichert den Kohlenstoff in seinen Produkten. Zudem ersetzt der Baustoff Holz energieintensive Materialien und hilft damit maßgeblich gegen die Klimakrise. „Je mehr Holz zu Holzbauten oder Holzprodukten verarbeitet wird und je länger diese genutzt werden, desto länger kann die Speicherwirkung aufrechterhalten und damit das Klimageschützt werden“ erklärt Wiesner zum Klimaschutzeffekt.

49plus Holzbau als Klimaretter
Holzbau als Klimaretter, Foto: Gerhard Krause

Holzbau liegt im Trend

Die Österreichische Holzindustrie ist der internationale Technologieführer im modernen Holzbau und hat weltweit bereits zahlreiche Leuchtturmprojekte umgesetzt. So hat sich in den vergangenen Jahren der Österreichische Holzbau mit vielen namhaften und klimafreundlichen Gebäuden weltweit etabliert. Im Jahr 2015 wurde beispielsweise das Banyan Wharf in London (GB), Londons erstes 10-geschossiges Holzhaus, errichtet, im Jahr 2016 folgte das Gebäude Moholt 50/50 in Trondheim (Norwegen), ein Studentenwohnheim, bestehend aus fünf Hochhäusern mit jeweils neun Geschossen. Derzeit wird die NTU Singapur, die technische Universität in Singapur, bereits vollständig in Holz geplant und 2020 umgesetzt. Das Fakultätsgebäude wird eine Fläche von rund 45.000 m² umfassen. In Wien wird derzeit die BOKU-Seminarzentrum fast vollständig aus Holz errichtet.

49plus Holzbau als Klimaretter
Holzbau Seminarzentrum BOKU Foto: ARGE SWAP+DELTA_BIG

Heimische Produktion

Das Produktionsvolumen der heimischen Holzindustrie beträgt 8,33 Mrd. Euro (2018), der Export 6,03 Mrd. Euro (2018). 1.224 aktive Mitgliedsbetriebe mit 26.382 Arbeitnehmer sind in Säge-, Bau-, Möbel-, Ski- und Platten-Betrieben beschäftigt. Der Rohstoff Holz ist in Österreich ausreichend vorhanden. Rund 50 Prozent der Fläche Österreichs sind mit Wäldern bedeckt. Jährlich nimmt die Waldfläche um 4.700 Fußballfelder zu und der Holzvorrat wächst ständig.

Nach Informationen des Fachverband der Holzindustrie Österreichs

Redaktion: Gerhard Krause